Wir schreiben das Jahr 2006, der damals noch 15 jährige Benny begann mit Virtual DJ seine ersten Gehversuche. 

Das diese nicht von besonderer Qualität glänzten, brauchen wir nicht zu bestreiten... doch das erste Booking flatterte ins Haus. 

Es war der Geburtstag seines älteren Bruders. 

 

Die Musikrichtung und der Stil waren bei weitem noch nicht ausgepfeilt doch dies sollte sich ändern. 

2 Jahre vergingen, in denen er sich in das Technogenre verliebte; zumindest dachte er, dass das was er auflegte Techno war. 

In diesen 2 Jahren gab es hin und wieder kleine Geburtstage und den ein oder anderen "Auftritt" im "Al Pascha" in Völklingen einer Shishabar. 

 

Wir schreiben das Jahr 2008, ich bedanke mich an dieser Stelle bei meinem Freund "Thomas Ahr", denn er schenkte mir damals zum Geburtstag einen Controller. Den Behringer BCD 3000. 

Der erste größere "Gig" hatte er mir auch vermittelt, es war die Weihnachtsfeier in der Firma seines Vaters, der Resa Systems GmbH. 

Somit ging es dann los, ich brauchte ein breites Spektrum an 80gern, 90gern, 00ern. 

 

Im gleichen Jahr bekam ich ein Angebot in einer Kneipe in Besseringen, dem "B51" aufzulegen... die Musikrichtung war mit House/Pop/HipHop betitelt, doch gespielt wurden, komischer Weise nur 80ger. Zwar war es immer ein weiter Weg bis dorthin und die Bezahlung war nicht gerade berauschend; doch was zählte war die Erfahrung mit wechselndem Publikum und das Spektrum an Musik das ich mir damit aneignete. 

Ein halbes Jahr lang lief diese Veranstaltungsreihe mit dem Namen "Tanzbar" bevor ich entlassen wurde, weil nicht genug Kundschaft anwesend war. 

 

Was folgte waren eine große Reihe an 18. Geburtstagen meiner Freunde bei denen jeder noch so kleine Proberaum bis in die Morgenstunden gerockt wurde. 

 

Ende 2008, anfang 2009 bekam ich dann ein Booking für einen Tanzabschlussball in Bous und ein Booking für die Rudererparty des Rudererclubs in Saarbrücken. 

Es ging aufwärts, in den darauffolgenden Jahren liefen die Partys auch unter meiner Führung weiter. 

 

Da ich mich langsam in der 70ger, 80ger, 90ger Musiksparte auskannte, entschied ich mich, Bookings für private Veranstaltungen anzunehmen... also im Klaren: 

Geburtstage von 30 bis 50 Jährigen, Hochzeiten und Firmenfeiern. 

Die Resonanz hierbei war immer sehr sehr gut und es folgten weitere Bookings durch Mundpropaganda. 

 

Im Frühjahr 2010 fragte mich "Tobias Krämer" ob ich mit Ihm auf der Faschingsfeier der AGH - Heidstock auflegen möchte... es war bis dorthin der größte Gig den ich je hatte. 

Das war für mich selbst ein kleiner Durchbruch... das Auflegen wurde zu einem Nebenjob; ich konnte so langsam aber sicher die Preise bestimmen. 

Doch eigentlich war diese Faschingsfeier nur ein Test ob ich für größere Mengen geeignet bin... denn im Spätsommer bekam ich meinen ersten Clubtermin im P7Club in Völklingen (House Society). Ich legte zwar nur eine Stunde auf und doch war es der größte Moment den ich bis dahin erlebt hatte. 

Es folgten weitere Partys im P7-Club und somit konnte ich mir eine kleine Fangemeinde aufbauen. 

 

Im gleichen Jahr hatte mich der Besitzer des Shisha Cafés in Saarlouis darauf angesprochen, ob ich nicht Interesse hätte eine Party in seinen Örtlichkeiten zu Veranstalten... gesagt getan und es folgte eine Erfolgreiche, kleine aber feine Partyreihe in Monatsabständen. 

 

Ebenso legte ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Abiball des Marie-Luise-Kaschnitz Gymnasiums in der Gasgebläsehalle der Völklingen Hütte auf, was die 2 darauffolgenden Jahre auch so bleiben sollte. 

 

Meine Hauptberuflicher Arbeitgeber, die "Saarland Sporttoto GmbH" wurde auch auf mein Hobby aufmerksam und buchte mich für Ihre Sommerfeier auf dem Ausflugsschiff "Frohsina". 

Dies sollte auch nicht der letzte Termin für meine Firma sein, denn im darauffolgenden Jahr legte ich im E-Werk der "60 Jahre Saartoto" vor einem großen Publikum auf. 

 

Das Jahr 2010 verging und ich zog mich langsam aus dem P7-Club in Völklingen zurück, da ich auf der Suche nach einer größeren Herausforderung war... da kam ich mit "Thorsten Brünnet", einem DJ den ich auf der House Society kennenlernte, in Kontakt. 

Er war das nötige Vitamin B um im "Elements Nightclub" einen neuen Abschnitt zu beginnen, eine neue Clubreferenz zu bekommen und auf der Leiter aufzusteigen. 

 

Ein wildes Jahr folgte... regelmäßige, ausgelassene Partys und meinen eigenen ganz persönlichen Stil entwickeln. 

Es war das Jahr in dem ich von meinem Controller auf Timecode umgestiegen bin... also auf Platten- und CD-Spieler. 

 

Ende 2011 nahm ich an einem DJ-Contest der Eventagentur "TwoRS" im "N8Werk Saarbrücken" teil und wurde aus 60 Bewerbern ausgewählt, um bei einem "Casting" vorzuspielen... 

Dies widerrum lief so erfolgreich, dass ich auf Folgeterminen gebucht wurde, was sich aber nur auf den Kleinen Klub im "N8Werk Saarbrücken" beschränkte. 

 

Das Jahr 2012 begann und alles ging seinen gewohnten Gang... ich legte 2 bis 3 mal im Elements Nightclub pro Monat auf und verdiente somit nebenbei ein Taschengeld. 

Als Highlight kann ich in diesem Zeitraum aber den Local-Support für Micaela Schäfer (Dschungelcamp, GNTM) verbuchen. 

 

Ich malte mir keine großen Veränderungen in diesem Jahr aus... doch es sollte zu einem Wendepunkt kommen als ich erfahren hatte, dass im Sommer ein Electro Festival vor meiner Haustüre stattfinden soll; das "Electro Magnetic Festival". 

Ich wollte mit allen Mitteln dort auflegen, schrieb den Veranstalter an und bettelte regelrecht darum... doch es kam keine Antwort. 

Knapp einen Monat vor dem Festival gab es ein Local-DJ-Casting, um einem der "Kleinen" eine Chance zu geben. 

Ich forderte jeden Einzelnen meiner Freunde dazu auf bitte für mich zu voten und mir diese Chance zu ermöglichen... doch es sollte nicht sein; ich scheiterte im Finale. 

 

Tief traurig über das Ergebnis, hakte ich mit dem Festival ab und der "Elements Nightclub" ging u.a. in die Sommerpause. Niemand wusste an dieser Stelle, nicht mal ich selbst, dass das vielleicht das letzte Mal war, das ich dort aufgelegt habe. 

 

2 Wochen vor dem Festival entdeckte ich, dass es ein 2. Local-DJ-Voting gibt, was widerrum unter der Federführung von "103.7 UnserDing" lief... am gleichen Tag meldete ich bei diesem Voting an... doch bei diesem Voting war mein Ansporn nicht mehr so hoch wie bei dem Ersten. 

Die Spannung stieg dann in der Woche des Festivals doch etwas an, da es kein Zwischenstand des Votings gab... 

Montag-Abend vibrierte dann mein Telefon. 

Am anderen Ende war "Frank Falkenauer", der gerade auf Sendung beim "UnserDing - ClubDing" war und gratulierte mir zum Sieg des Votings. 

 

In dieser Woche folgten Interviews von "103.7 UnserDing" und ich bekam meine Uhrzeit sowie meinen Floor für das Festival zugewiesen. 

Das Festival kam und ich war so aufgeregt wie schon lange nicht mehr... aus Angst beim Auflegen einen Fehler zu begehen und allein aus Angst das keiner auf Tanzfläche steht, weil ich zur gleichen Zeit wie Lexy & K-Paul sowie den Turntablerocker spiele. 

Doch der Abend verlief grandios, der Floor hat gebrannt, die Musikauswahl sagte vollkommen zu und ich bekam von Vielen positives Feedback. 

 

Den darauffolgenden Montag wurde ich ins "103.7 UnserDing" Studio eingeladen um ein Interview vom auflegen abzugeben. 

Kurz vor Beginn der Sendung gab es aber eine zweite erfreuliche Nachricht, der Redaktionsleiter kam in das Studio und machte mir den Vorschlag, dass ich auch mal beim ClubDing auflegen soll... das verschlug mir regelrecht die Sprache. 

 

Somit fieberte ich dem "103.7 UnserDing/DasDing - ClubDing" entgegen... und bekomme an dem Freitag vor dem ClubDing einen Anruf, ob ich im 99Grad in Merzig Notfallmäßig einspringen könnte; was für mich kein Problem darstellte. 

 

Dies war das erste Booking im 99Grad für mich (Carneval Electrix) was ich widerrum "Thorsten Brünnet" zu verdanken habe. 

Es war ausschlaggebend für meine Zukunft, da ein weiterer Termin folgte und ich vom "Elements Nightclub" abgeworben wurde. 

Nach langen Überlegungen und vielen Pro/Contra-Listen fiel meine Entscheidung dann so aus, dass ich im "Elements Nightclub" aufhöre und als Resident im 99Grad anfange. 

 

Nebenbei ergab sich für mich die Gelegenheit, dass ich in einer Eventagentur unter Vertrag genommen werde... gesagt getan. 

 

Der heilige Tag des "ClubDing" kam aber ich war nichtmals annähernd aufgeregt. 

Das Interview verlief Reibungslos und ich fing an mein Set zu spielen... bis ich dummerweise die Frage gestellt hatte wie viele gerade in etwa zuhören und ich als 

Antwort bekam "Circa 25.000 bis 30.000". 

Das war wirklich Fatal, mein Puls schoss in die Höhe und ich hatte höllische Angst einen Fehler zu machen. 

Doch es verlief wie beim "Electro Magnetic" Festival grandios und ich bekam widerrum positives Feedback von allen Seiten. 

 

 

Von da an kam der Stein ins Rollen, es folgten regelmäßige Gigs im 99Grad Merzig - dazu war ich zu dieser Zeit in einer Agentur und von UnserDing mit dem Prädikat "UnserDing DJ" ausgezeichnet worden.

Eines Abends erhielt ich eine private Nachricht ob ich mir vorstellen könnte im N8-Werk Saarbrücken als Resident anzufangen; das ich darüber nicht lange grübeln musste, ist glaub ich jedem klar.
Das war der Punkt an dem ich aus dem Hobby einen Beruf machen konnte.

Ich war ab sofort Hauptberuflich DJ.

Leider ist es ziemlich schwierig Resident in mehreren Clubs zu sein, womit ich nach einem halben Jahr das Engagement mit dem 99Grad Merzig auflösen musste.

Die Zeit im N8-Werk Saarbrücken würde ich als Höhepunkt bezeichnen, es hat mir unzählige Türen geöffnet.
Es folgten weitere Radioshows bei UnserDing sowie BigFM.
Dazu habe ich das Vorprogramm von ATB bei der Wonderland gespielt, ein wahrer Meilenstein meines Lebens.

2 Jahre gingen ins Land mit sehr vielen Gastspielen, u.a. für das Farbgefühle Festival oder die CineLady im Cinestar.
Um mich finanziell abzusichern, nahm ich Bookings in allen mögichen Clubs an.
(Flash St. Wendel, Sound Dillingen, Elements Nightclub, Kufa Saarbrücken, Discoplex A8 Zweibrücken).
Dazu kamen noch Abibälle für das MPG Saarlouis - (Saarlandhalle Saarbrücken).

Jetzt aber mal RealTalk - Hauptberuflich diesen "Job" auszuüben, stumpft einen ziemlich ab und man hinterfragt das Ganze.
Am 31.10.2014 kam ich zu dem Entschluss kürzer zu treten und habe meine Kooperation mit dem N8-Werk Saarbrücken beendet - es war aber auch der Punkt an dem ich meine zukünftige Frau kennengelernt habe

Ich war zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt und musste Prioritäten setzen. Ich nahm eine Residentschaft im Sound Dillingen an und fuhr alle möglichen sonstigen Gigs runter.
Ab diesen Zeitpunkt wurde aus dem Beruf wieder ein Hobby.
Nach circa einem Jahr spielte ich meinen vorerst letzten ClubGig.
Es war der 21.09.2015.
Alle Auflegetechnischen Aktivitäten habe ich zu diesem Zeitpunkt eingestellt.

Darauf folgte eine Verlobung, unser Sohn, unsere Hochzeit sowie unser zweiter Sohn.

2021 habe ich wegen dem Taufpaten meines ersten Sohnes; welcher ebenso DJ in Saarbrücken ist, wieder Blut geleckt. Doch von Anfang an war klar, dass ich nie wieder in Clubs spielen will.

Jetzt 2022 habe ich also den Entschluss gefasst, einen Neustart zu wagen - aber explizit nur noch im Privatbereich.


Ich habe gute und schlechte Zeiten durchlebt, aber rückblickend bereue ich nichts und habe für mich die richtigen Entscheidungen getroffen.

Ich hoffe ich konnte einen kleinen aber schönen Einblick in meinen Werdegang liefern.

Auf bald,

Benny Roch (DJ)


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